Louisendorf

Die höchst bemerkenswerte Ortstopographie von Louisendorf erschließt sich am besten aus der Luft. Louisendorf hat bis heute mit seinem recht-winkligen Straßenraster den typischen Grundriss preußischer Siedlungsgründungen beibehalten.

Im markanten Gegensatz dazu bildet der Straßenverlauf um die 1861 errichtete Kirche einen Rhombus. Der Eindruck der planmäßigen Ansiedlung wird komplettiert durch die untereinander ähnlichen und aus der gleichen Zeit stammenden, als niederrheinische Hallenhäuser gebauten Höfe entlang dem rechtwinklig verlaufenden Straßenbild.

Das Erscheinungsbild, der Dorfgrundriss und die historische Bebauung sind in ihrem Zusammenhang von geschichtlicher Bedeutung. Aus wissenschaftlichen, besonders bau- und siedlungsgeschichtlichen, und städtebaulichen Gründen besteht an ihrer Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse. Daher ist Louisendorf in seinen historischen Grenzen unter Denkmalschutz gestellt worden.

Louisendorf ist stets ein bäuerliches Dorf geblieben. Noch 1970 bei der 150-Jahr-Feier stammten alle verantwortlichen Akteure aus der Landwirtschaft. Doch der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat auch vor Louisendorf nicht halt gemacht. Immer aber prägen noch landwirtschaftliche Betriebe (Zwei Vollerwerbsbetriebe, mehrere Nebenerwerbs-betriebe) den Charakter dieses einzigartigen Dorfes.

Die Louisendorfer Bürger sind stolz auf ihre Geschichte und pflegen als Teil ihres historischen Erbes bis heute ihre Pfälzer Mundart. In Anlehnung an das Louisendorfer Mundarttheater wird heute Pfälzer Dialekt unterrichtet. Die 13 Louisendorfer Vereine bündeln ihre Ideen und Aktivitäten in der Vereinsgemeinschaft Louisendorf.

Übrigens: Louisendorf ist als Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt worden mit 23 Einzelgebäuden und Grundstücken.

Die Louisendorfer Bürger haben mehrfach schwierige Phasen durchleben müssen, aber immer wieder haben sie sich gegen die scheinbar unüberwindbaren Probleme mit Erfolg aufgebäumt.

In der Aufbauphase des Dorfes in den Jahren 1820 bis 1840 haben sie unter unsagbaren Mühen den Boden der Kolonie urbar gemacht, die ihre Häuser erbaut und due Brunnen, die oft bis zu einer Tiefe von 40 Meter abgeteuft werden mussten, hergerichtet.

1945 bot sich den aus der Evakuierung gekommenen Louisendorfern ein Bild des Schreckens, nämlich das Ergebnis einer der größten Panzerschlachten des 2. Weltkrieges. Zwei Drittel der Häuser wiesen große Schäden auf und waren gänzlich zerstört. Die Äcker und Weiden waren durch bis zu 60cm tiefe Panzerspuren verwüstet. Die Kirche war nur noch eine Ruine. Aber erneut stemmten sich die Bürger gegen das Unheil und bauten Louisendorf ein zweites Mal auf.

1970 bis 1990 traf der Strukturwandel in der Landwirtschaft das Dorf auf das heftigste. Fast alle der im Schnitt ca. 4-5 ha großen Betriebe konnten ihre Familien nicht mehr ernähren und gaben die Landwirtschaft auf.  Viele Louisendorfer verließen tagsüber das Dorf, um in der Fremde zu arbeiten. Andere aber suchten vor Ort nach neuen Lösungen. Auf diese Weise entstanden in Louisendorf die weniger flächenintensive Gartenbaubetriebe sowie touristische Unternehmen und zwar vor allem Ferienwohnungen.

Heute vollzieht sich ein neuer Prozess. Die Umnutzung ehemals landwirt-schaftlicher Kleinbetriebe hat nicht nur den dringend benötigten Wohnraum geschaffen, sondern auch standortverträgliches Kleingewerbe angesiedelt.

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